Website bringt keine Anfragen? Das prüfst du zuerst

Deine Website bringt keine Anfragen, obwohl sie längst online ist. Das Texten ist vermutlich nicht dein Problem. Wenn es hakt, dann meistens an den Stellen rundherum: ob dich jemand findet, ob dein Angebot klar rüberkommt und ob der Weg zur Anfrage funktioniert. Diese Stellen gehst du hier der Reihe nach durch.
Kurz gesagt: Eine Website bringt Anfragen, wenn jemand sie findet, dein Angebot versteht, dir vertraut und sieht, wie sie dich erreicht. Beginne bei der ersten Stelle, an der es hakt. Suchbegriff, Überschriften und Suchergebnis hast du selbst in der Hand.
Inhaltsverzeichnis
Website bringt keine Anfragen: Wie erkennst du, ob sie gefunden wird?
Das erkennst du an zwei Dingen: ob dein Link dort steht, wo deine Kundinnen ihn sehen, und ob Google deine Seite kennt. Eine Website ist zuerst nur ein Ort im Internet. Damit jemand anfragt, muss er sie erst kennen. Überleg deshalb ehrlich, wo dein Link überall steht: im LinkedIn-Profil, in der E-Mail-Signatur, in der Instagram-Bio, in Gesprächen mit Kundinnen und Kolleginnen. Steht er nirgends, kommt auch niemand vorbei, egal, wie gut die Seite ist.
Ob jemand über Google zu dir findet, siehst du in der Google Search Console, einem kostenlosen Tool von Google. Unter „Leistung“ siehst du Impressionen und Klicks, mit der URL-Prüfung siehst du, ob Google deine Seite indexiert hat. Ist sie es nicht, kannst du die Indexierung dort beantragen. Die Search Console zeigt nur Besuche über Google. Wer über LinkedIn oder eine Empfehlung kommt, taucht dort nicht auf. Ohne Statistik-Tool zählt deshalb zuerst, ob dein Link dort steht, wo sich deine Kundinnen aufhalten.
Erscheint deine Seite gar nicht in der Suche, ist sie für Google noch unsichtbar. Siehst du viele Impressionen, aber kaum Klicks, liegt es am Suchergebnis selbst. Beides lösen die nächsten zwei Abschnitte.

Welchen Suchbegriff sollte deine Seite haben?
Den Begriff, den deine Kundin tippt, wenn sie nach deinem Angebot sucht, und zwar einen Hauptbegriff pro Seite. Jede Seite bekommt ein Hauptthema und einen Suchbegriff, denn wenn zwei Seiten dasselbe Thema bedienen, konkurrieren sie bei Google miteinander. Such den Begriff aus der Sicht deiner Kundin aus und nicht nach deiner Berufsbezeichnung. Was jemand tippt, der eine Texterin sucht, kann anders aussehen als das, was du selbst als Profi sagen würdest. Hilfreich sind die Suchvorschläge und die „Ähnlichen Fragen“ bei Google, und sobald deine Seite Daten hat, die Suchanfragen in der Search Console. Schau dir außerdem die ersten Ergebnisse zu deinem Begriff an: Welche Art von Seiten steht dort, und was fehlt?
Ein Beispiel zur Illustration (erfunden): „Websitetexte für Therapeutinnen“ ist ein klarer Begriff. „Texte, die berühren“ ist es weniger, weil er nicht beschreibt, was du anbietest.
Setze den Begriff in den Seitentitel, die Hauptüberschrift, den ersten Absatz, eine Zwischenüberschrift und die Adresse der Seite. Pro Seite gibt es genau eine Hauptüberschrift (H1), darunter H2 für die großen Themen und H3 nur für Unterpunkte, ohne eine Ebene zu überspringen. Nutze dafür die Überschriften-Funktion deines Editors, denn Text, der nur groß und fett ist, zählt für Google nicht als Überschrift. Wie Suchmaschinenoptimierung darüber hinaus funktioniert, ist ein eigenes Thema.
Wie schreibst du Title und Meta-Description, die zum Klicken einladen?
Mit einem Title (Seitentitel) und einer Meta-Description (Beschreibung), die den Suchbegriff und einen konkreten Nutzen enthalten. Beides zusammen nennt man Snippet, es ist das, was Google in den Ergebnissen von deiner Seite zeigt. Du legst beides selbst fest, bei WordPress zum Beispiel mit einem SEO-Plugin, bei Baukästen meist in den Seiteneinstellungen. Google schreibt die Beschreibung manchmal um, ein guter Ausgangstext lohnt sich trotzdem.
Der Title sollte als Faustregel nicht länger als etwa 55 bis 60 Zeichen sein, damit er nicht abgeschnitten wird. Der Suchbegriff bzw. das Keyword steht vorne, der Nutzen/ USP dahinter. „Startseite | Maria Muster“ sagt einer Fremden nichts. „Websitetexterin für Therapeutinnen | Empathisch & Kaufstark“ sagt ihr sofort, ob sie richtig ist (erfundenes Beispiel).
Die Meta-Description hat etwa 150 bis 155 Zeichen. Sie ist kein Rankingfaktor, beeinflusst aber, ob jemand klickt. Schreib sie wie einen kleinen Anzeigentext: Was bekommt die Leserin, und was soll sie als Nächstes tun? Ein konkretes Detail wie ein Zeitraum oder eine Preisspanne macht sie greifbarer.
Ob dein Snippet ein Problem hat, siehst du in der Search Console: Viele Impressionen bei wenigen Klicks sind das Signal, Title und Meta-Description zu überarbeiten.
Warum bringt deine Website keine Anfragen, obwohl Besucherinnen kommen?
Dann lohnt sich der Blick auf drei Stellen: Angebot, Vertrauen und Kontaktweg.

Versteht eine Besucherin sofort, was du anbietest?
Das erkennst du am schnellsten, wenn du deine Startseite fünf Sekunden lang jemandem aus einem anderen Bereich zeigst und danach fragst, was du anbietest und für wen. Für Kundinnen bringst du Angebote auf den Punkt, bei der eigenen Seite fehlt dir der Blick von außen. Fällt die Antwort vage aus, hast du deinen Ansatzpunkt. Nenne dann in der Überschrift Zielgruppe und Ergebnis und mach deine Nische erkennbar. Wenn du dich noch nicht festgelegt hast, kommt vor der Website die Positionierung. Zum Aufbau der Seite habe ich einen eigenen Artikel geschrieben: Onepager oder mehrseitige Website.
Was gibt einer Besucherin Vertrauen in deine Website?
Vertrauen entsteht durch Anhaltspunkte, dass du es kannst: Textproben, ein Foto von dir, ein klarer Ablauf der Zusammenarbeit und, wenn es echte gibt, Kundenstimmen. Hast du noch keine Kundenstimmen, erfinde keine. Das ist ein Vertrauensrisiko und ein rechtliches Risiko. Wie du Vertrauen aufbaust, auch wenn du noch keine Kundenstimmen hast, zeigen dir Textproben, eigene Beispiele und ein transparenter Ablauf.
Wie gestaltest du den Kontaktweg für mehr Anfragen?
Gib deinen Besucherinnen ein klares Hauptziel pro Seite: einen auffälligen Button mit konkreter Beschriftung und ein kurzes Formular. „Kostenloses Kennenlerngespräch buchen“ sagt mehr als „Kontakt“, und jedes Pflichtfeld ist eine Hürde. Schick dir selbst eine Testanfrage, schau, ob sie ankommt (auch im Spam-Ordner), und probier es auf dem Handy. Ein Button ohne Linkziel kostet dich jede Anfrage, und du merkst es nicht, weil keine Fehlermeldung kommt.

Wie bekommst du mehr Anfragen über deine Website?
Geh die Stellen in dieser Reihenfolge durch: finden, verstehen, vertrauen, anfragen. Die Tabelle ordnet das, was du siehst, einer wahrscheinlichen Ursache zu. Fang bei der Zeile an, die auf dich zutrifft und am weitesten oben steht.
Was du siehst
Wahrscheinliche Ursache
Erster Schritt
Deine Seite taucht in der Suche gar nicht auf
Viele Impressionen, wenige Klicks
Besuche, aber viele gehen schnell wieder
Besucherinnen bleiben, aber niemand fragt an
Nicht indexiert oder noch unbekannt
Title und Meta-Description wecken kein Interesse
Angebot oder Aufbau sind unklar
Es fehlt Vertrauen
Search Console: URL-Prüfung
Snippet überarbeiten
Fünf-Sekunden-Test, Überschrift überarbeiten
Textproben, Foto und Ablauf ergänzen
Interessentinnen erreichen die Kontaktseite, aber nichts kommt an
Kontaktweg ist defekt oder umständlich
Testanfrage, Formular kürzen, Handy testen
Ändere immer nur eine Sache und schau danach in deine Zahlen, sonst weißt du nicht, was gewirkt hat. Kommen Besucherinnen, aber niemand fragt an, lohnt sich Warten nicht. Ist die Seite erst kurz online, prüfe, ob Google sie schon erfasst hat. Eine neue Seite braucht Zeit, wie lange genau, kann ich dir nicht seriös sagen.
Fazit – Website bringt keine Anfragen
Wenn deine Website keine Anfragen bringt, musst du nicht überall gleichzeitig suchen. Geh den Weg deiner Besucherin ab: Findet sie dich, versteht sie dich, vertraut sie dir, und kommt sie zur Anfrage? An der ersten Stelle, an der es hakt, setzt du an. Dein erster Schritt: Schick dir eine Testanfrage und prüfe in der Search Console, ob deine Seite indexiert ist. Wenn du beim Umbau wissen willst, womit du rechnen musst, findest du Orientierung im Artikel Was eine professionelle Website wirklich kostet.
Häufige Fragen: Website bringt keine Kunden oder Anfragen?
Liegt es an deiner Website oder an deinem Angebot?
Das erkennst du an deinen Zahlen. Kommen Besucherinnen, aber niemand fragt an, liegt es meist an Botschaft, Vertrauen oder Kontaktweg. Kommen Anfragen, die nicht passen, ist das Angebot zu breit formuliert.
Reicht ein LinkedIn-Profil, wenn deine Website keine Anfragen bringt?
LinkedIn und Website ergänzen sich. Dein Profil macht auf dich aufmerksam, deine Website erklärt dein Angebot ausführlich und bleibt dauerhaft erreichbar. Verbessere beides, statt eines gegen das andere auszuspielen.
Wann lohnt sich ein Neustart statt Optimierung?
Meistens lohnt sich zuerst die Optimierung. Ein Neustart ist sinnvoll, wenn Struktur oder Technik das eigentliche Hindernis sind. Was ein Neuaufbau kosten kann, steht im Artikel Was eine professionelle Website wirklich kostet.
