WIX oder WordPress – was passt zu dir?

Wix oder WordPress, das ist eine der häufigsten Fragen, die sich Selbstständige stellen, wenn sie ihre erste Website planen. Beide versprechen eine professionelle Seite. Beide haben ihre Berechtigung. Und beide haben klare Schwächen.
Aber bevor wir in den Vergleich einsteigen, möchte ich eine Frage stellen, die in den meisten Vergleichen komplett fehlt: Was soll deine Website eigentlich leisten? Vertrauen aufbauen? Anfragen generieren? Deine Sichtbarkeit aus Social Media verlängern?
Die Antwort auf diese Frage ist nämlich wichtiger als jede technische Entscheidung. Denn die beste Plattform nützt dir nichts, wenn Angebot, Texte und Struktur nicht stimmen.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der Unterschied zwischen Wix und WordPress?
Wix ist ein sogenannter Baukasten, du meldest dich an, wählst eine Vorlage und kannst Elemente einfach per Drag-and-Drop verschieben. Alles was du brauchst ist bereits dabei, der Speicherplatz für deine Seite (= Hosting), deine Webadresse (= Domain) und die technische Sicherheit im Hintergrund.
WordPress ist eine Software, die du bei einem Hoster selbst betreibst. Du hast damit die volle Freiheit, wie deine Seite aussieht, was sie kann und wie sie wächst. Die Software selbst ist kostenlos, Speicherplatz und Webadresse (= Hosting und Domain) kommen noch dazu.
Der wichtigste Unterschied:
Bei Wix mietest du eine fertige Lösung. Bei WordPress gehört die Website wirklich dir.
WordPress.com oder WordPress.org – das wird oft verwechselt
Bevor wir weitermachen, möchte ich kurz eine Verwechslung aus dem Weg räumen.
Es gibt nämlich zwei verschiedene Versionen von WordPress, und das sorgt oft für Verwirrung.
WordPress.org ist die kostenlose Software, die du bei einem Hoster selbst betreibst. Sie bietet volle Freiheit und volle Kontrolle. Um diese Version geht es in dem Beitrag.
WordPress.com ist dagegen ein fertiger Dienst, ähnlich wie Wix. Einfacher einzurichten, aber deutlich eingeschränkter. Und wenn du dort dieselbe Freiheit wie bei WordPress.org haben willst, zahlst du schnell 25 Euro im Monat oder mehr.

Wix – für wen macht es Sinn?
Wix hat durchaus seinen Platz. Wenn du schnell online sein willst, noch kein Budget für eine professionelle Website hast und deine Anforderungen überschaubar sind, kann ein Baukasten ein sinnvoller Einstieg sein.
Was du dafür bekommst:
eine fertige Lösung, bei der alles bereits dabei ist – Drag-and-Drop-Editor, Hosting, Domain und technische Sicherheit im Hintergrund. Der Basisplan bei Wix kostet rund 14 Euro im Monat, klingt günstig, bis du merkst, dass du für eine Zahlungsmöglichkeit oder ein Buchungssystem schnell beim nächsten Tarif landest, der bei etwa 25 Euro liegt.
Was du dafür in Kauf nimmst:
Die Seite lässt sich nur eingeschränkt anpassen. Was viele nicht wissen: Wix-Vorlagen sind nicht automatisch für das Handy optimiert. Das bedeutet, du musst die mobile Ansicht manuell nachbearbeiten, sonst sieht deine Seite am Smartphone komplett anders aus als gedacht. Und da heute mehr als die Hälfte aller Website-Besuche über das Handy passieren, ist das kein Detail, das du ignorieren kannst.
Noch etwas, das kaum jemand vorher weiß:
Bilder bekommen bei Wix beim Hochladen automatisch einen unlesbaren Dateinamen, sowas wie „d4cccb26731e9.png". Das klingt nach Kleinigkeit, macht es Google aber schwerer deine Bilder zu finden. Und die Links deiner Blogbeiträge lässt sich nur teilweise anpassen, was dazu führen kann, dass deine Links lang, kryptisch und wenig einladend wirken.
Dazu kommt:
Wenn du irgendwann wächst und mehr willst, ist ein einfacher Umzug zu WordPress nicht möglich. Die gesamte Website müsste neu gebaut werden.
WordPress – für wen macht es Sinn?
WordPress ist die weltweit meistgenutzte Website-Software, und das nicht ohne Grund. Mehr als 40 % aller Webseiten weltweit laufen auf WordPress. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es mit Abstand die beliebteste Wahl.
Du hast volle Freiheit, wie deine Seite aussieht, was sie kann und wie sie mit deinem Business wächst. Es gibt tausende Erweiterungen (= Plugins) für fast jede Funktion, die du dir vorstellen kannst – vom Buchungstool bis zum Mitgliederbereich. Die Software selbst ist kostenlos, Hosting und Domain kommen ab etwa 8 Euro im Monat dazu.
Was Google angeht, hat WordPress ebenfalls die Nase vorn. Du kannst jeden Bildnamen selbst festlegen, deine Blogbeiträge bekommen saubere, lesbare Links, und mit einem kostenlosen Plugin wie Rank Math hast du alles in der Hand, damit deine Seite besser gefunden wird. Bei Wix ist das nur begrenzt möglich.
Was du dafür in Kauf nimmst:
WordPress braucht etwas mehr Aufmerksamkeit. Updates müssen eingespielt, Sicherheit und Backups müssen im Blick behalten werden. Das kannst du selbst machen, oder du gibst es ab.
Und noch ein ehrlicher Punkt zum Thema Hilfe:
Bei Wix gibt es direkten Support per Telefon, Chat und E-Mail.
Bei WordPress gibt es das nicht. Du bist auf Online-Foren oder eine Webdesignerin angewiesen, die dir hilft. Auch das gehört zur Wahrheit dazu.

Was kostet Wix oder WordPress wirklich?
Kostenpunkt
Software
Hosting & Domain
Design
Zusatzfunktionen
Gesamtkosten
WIX
Inklusive
Inklusive
Inklusive
höherer Tarif nötig
ca. 14-30 € / Monat
WordPress
kostenlos
ca. 8-15 € / Monat
Gratis-Theme od. ab € 5 / Monat
viele Gratis-Plugins
ca. 4-10€ / Monat (Basis)
Die häufigste Falle bei Wix und WordPress: Ich mach das selbst
Viele Selbstständige bauen ihre Website selbst, weil sie Geld sparen wollen. Das ist verständlich. Aber was dabei oft passiert: Es kostet Wochen. Das Ergebnis sieht nicht so aus wie gedacht. Am Ende wird doch jemand beauftragt, und die selbst gebaute Seite muss trotzdem neu gemacht werden.
Was dabei auch gerne vergessen wird:
Die Zeit, die du in deine Website steckst, fehlt im Kerngeschäft. Stunden, die du mit dem Anpassen von Schriftgrößen und dem Suchen nach dem richtigen Template verbringst, sind Stunden, die du nicht mit Kund:innen arbeitest, Content erstellst oder Angebote schreibst.
Das bedeutet nicht, dass selbst bauen immer falsch ist. Aber geh mit offenen Augen rein, und rechne die Zeit ehrlich mit ein.
Wix oder WordPress: Was passiert nach der Entscheidung?
Das ist der Teil, der in den meisten Vergleichen fehlt, und der in der Praxis am meisten Überraschungen bringt.
Egal ob Wix oder WordPress: Eine Website ist kein Projekt, das du einmal abschließt und dann nie wieder anfasst. Inhalte müssen aktuell bleiben. Technische Updates müssen eingespielt werden. Bei WordPress kommen Sicherheits- und Plugin-Updates dazu, die regelmäßige Aufmerksamkeit brauchen.
Bei Wix übernimmt das der Anbieter im Hintergrund. Du merkst davon nichts. Das klingt praktisch, bedeutet aber auch: Du hast keine Kontrolle darüber, was sich ändert. Wix kann Preise erhöhen, Funktionen einschränken oder die Plattform in einigen Jahren grundlegend verändern, und du kannst nicht einfach wechseln.
Bei WordPress trägst du die Verantwortung selbst, oder du gibst sie ab an jemanden, der sich darum kümmert. Das kostet monatlich zwischen, bei mir z.B. 49 Euro und 179 Euro, je nach Umfang. Wenn du wissen möchtest, was eine WordPress-Wartung konkret beinhaltet, schau gerne bei meinen Wartungspaketen vorbei. Aber du bist unabhängig.

Fazit – Wix oder WordPress
Wix eignet sich als schneller, unkomplizierter Einstieg, wenn du weißt, dass deine Anforderungen überschaubar bleiben, du keine großen Ambitionen hast bei Google gefunden zu werden, und dir bewusst ist, dass du bei Wix langfristig an eine Plattform gebunden bist, die du nicht wirklich besitzt.
WordPress ist die bessere Wahl, wenn du eine Website willst, die wirklich dir gehört, die mitwächst, die besser bei Google gefunden wird, und die du nicht irgendwann komplett neu bauen musst, weil du an die Grenzen der Plattform gestoßen bist.
Aber noch wichtiger als die Plattform ist die Frage davor: Was soll deine Website leisten? Wer soll sie finden? Was soll jemand fühlen, wenn sie auf deiner Seite landet? Die Antworten auf diese Fragen entscheiden mehr über den Erfolg deiner Website als die Wahl zwischen Wix und WordPress.
Häufige Fragen zu Wix oder WordPress
Kann ich später leicht von Wix zu WordPress umziehen?
Leider nein – und das ist ein Punkt, den viele erst im Nachhinein merken. Ein einfacher Umzug ist nicht möglich, die gesamte Website müsste neu gebaut werden. Es lohnt sich also, sich das von Anfang an gut zu überlegen.
Ist WordPress wirklich besser, wenn ich bei Google gefunden werden will?
Ja – deutlich. Mit WordPress hast du volle Kontrolle darüber, wie deine Seite von Google wahrgenommen wird. Du kannst Bildnamen selbst festlegen, Blogbeiträge bekommen lesbare Links, und mit einem kostenlosen Plugin wie Rank Math kannst du noch tiefer einstellen. Wix bietet das Grundlegende – aber mehr eben nicht.
Was ist der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org?
WordPress.com ist ein fertiger Dienst – ähnlich wie Wix, nur unter dem Namen WordPress. WordPress.org ist die kostenlose Software, die du bei einem Hoster selbst betreibst – und die ich in diesem Beitrag meine, wenn ich von WordPress spreche.
Ist WordPress nicht eigentlich gratis?
Die Software selbst schon. Was dazu kommt: Hosting und Domain – ab etwa 8 Euro im Monat. Vielleicht noch ein Theme (= die visuelle Vorlage deiner Seite) und Plugins (= kleine Erweiterungen für zusätzliche Funktionen, zum Beispiel ein Kontaktformular). Aber die Grundlage ist tatsächlich kostenlos.
